Project Description

Elisabeth Januszek, 29, aus Bochum

„Du hast wie jede andere das Recht, einen Bikini zu tragen, an den Strand zu gehen und das Leben in vollen Zügen zu genießen.“

Hallo Elisabeth, stell dich bitte kurz vor.

Ich bin Elisabeth Januszek, 29 Jahre alt und mein Künstlername in der Szene ist „elabonbonella“ – so heißt mein Instagram-Account. Ich bin gelernte Bürokauffrau und arbeite in Bochum in der City bei einem Marktforschungsinstitut. Mein großes Hobby ist das Bloggen.

Worum geht es in deinem Blog?

Ich blogge über das Thema Plus-Size-Mode, habe meinen eigenen Blog – conquore.com – und nutze auch Social-Media-Kanäle. Einmal den Instagram-Account, natürlich einen Facebook-Account und ich bin auch bei Pinterest vertreten. Das mache ich jetzt seit über sechs Jahren. Ich habe mir meine eigene Community aufgebaut und inspiriere Frauen, die große Größen tragen.

Wie kamst du darauf, so etwas zu machen?

Eigentlich von heute auf morgen. Ich wollte immer unbedingt einen Blog starten und zu der Zeit waren Beauty-Blogs total im Trend. Jeder hat Beauty gemacht und da habe ich mir gedacht „Ich kann das auch!“. Damals habe ich noch in einer Parfümerie gearbeitet und war an dem Thema nah dran, aber dann habe ich umgeschwenkt, weil es im Beauty-Bereich bereits so viele Blogger gab und es da schwer gewesen wäre, sich von der Masse abzuheben. Der Plus-Size-Bereich war aber immer noch eine Nische – da gab es wenige Frauen, die gebloggt haben. Vielleicht zwei Hände voll. Und da ich selbst große Größen trage, bin ich dann bei diesem Thema gelandet. So kam es, dass ich das erste Outfit gepostet habe, dann kam schnell das zweite und so weiter und so fort. Und das kam gut an, ich habe ein gutes Feedback bekommen und nun mache ich das jetzt seit über sechs Jahren.

Hast du dir selbst beigebracht, wie man sich in den Social-Media-Profilen gut präsentiert?

Ja. Das schon. Als ich neu bei Instagram war, sah das noch ganz anders aus. Da war es noch egal, wie das Profil aussieht, es war egal wie man sich präsentiert, ob das Bild verrauscht war oder nicht – das war komplett nebensächlich. Das hat sich nach und nach entwickelt. Dann hat man geschaut, dass alle Bilder, die man postet, auch harmonisch zusammenpassen. Das war alles Learning-by-doing. Natürlich habe ich auch bei anderen geguckt, wie die das machen und ob man sich das eine oder andere abschauen kann.

Ist das Bloggen ein reines Hobby oder verdienst du damit auch Geld?

Ich habe ein Gewerbe angemeldet, weil ich mit dem Bloggen auch Geld verdiene. Einmal über Affiliate-Links, aber auch über Werbeverträge mit Marken. Das heißt, die Marken kommen auf mich zu und fragen mich, ob ich ihre Mode präsentiere und da ist es ganz wichtig, dass man das für den Kunden transparent macht. Ich möchte nicht, dass meine Follower denken, dass ich ihnen etwas vorspiele, nur weil ich dafür bezahlt werde. Ich gehe grundsätzlich nur Kooperationen ein, hinter denen ich auch wirklich stehe. Die Sachen müssen mir wirklich gefallen, sonst werbe ich auch nicht dafür.

Es ist interessant, dass du eine Nische bedienst.

Ja. Das tue ich definitiv, weil ich auf Frauen zugehe, die große Größen tragen. Davon gibt es aber durchaus viele. Ich habe letztens im Radio gehört, dass 60 Prozent aller Deutschen übergewichtig sind. Also spreche ich tatsächlich den größten Teil der Bevölkerung an. Trotzdem ist es aber so, dass ich nach außen hin die Nischen großer Marken vertrete, nämlich den Plus-Size-Bereich. Ich habe eher ältere Followerinnen, so ab 20 plus bis über 40, 50, 60. Und das sind auf jeden Fall Frauen, die auch kaufaktiv und berufstätig sind. Meine Follower lassen sich von mir inspirieren, sei es durch Urlaubsreisen, die ich mache, oder eben durch meine Kleidung. Auch wenn ich ein hochpreisiges Outfit poste, kommt das gut an.

Geht es in deinem Blog nur um Mode oder auch um Kosmetik?

Es geht auch ein bisschen um Kosmetik, weil ich immer darauf geachtet habe, dass ich gut geschminkt bin, wenn ich ein Outfit auf einem Foto präsentiere. Das ist mir persönlich wichtig. Ich mag mich geschminkt, aber das muss auch nicht täglich sein. Ich zeige mich auf meinem Instagram-Account auch durchaus mal ungeschminkt – damit habe ich kein Problem. Aber Beauty ist mir schon sehr wichtig, weil das dazu beiträgt, mich glücklich zu machen. Früher hat mir das Schminken Selbstbewusstsein gegeben. Gerade wenn man anfängt, sich anzunehmen und sich schrittweise mit dem Thema Selbstliebe und Selbstbewusstsein auseinandersetzt, kann Beauty einem dabei helfen.

Hast du schon mal schlechtes Feedback bekommen?

Von meinen Followern bekomme ich durchweg positives Feedback. Wenn es mal schlechtes Feedback gab, dann kam das eher von Personen aus dem Influencer-Bereich. Und da könnte man schon fast meinen, dass das was mit Neid zu tun hat. Aber ich versuche, mich auf das Positive zu konzentrieren. Ich habe meine Followerschaft, es ist mein Hobby und ich kann nur einem gewissen Teil an Menschen behilflich sein. Und wenn ich Nachrichten bekomme, dann möchte ich die auch beantworten können. Neben einem Vollzeitjob könnte ich Millionen von Followern gar nicht gerecht werden. Das, was ich jetzt gerade habe, ist gut so.

Du hast dich in der Vergangenheit also mit den Themen Selbstbewusstsein und Selbstliebe beschäftigt. Warst du nicht immer so selbstbewusst wie heute?

Ich hatte früher ein niedriges Selbstbewusstsein. Ein Stärkeres habe ich mir über die Jahre angeeignet. Das habe ich gemacht, indem ich meine Sichtweise verändert habe, indem ich manche Dinge, die ich getan habe, hinterfragt habe. „War das wirklich so, wie ich das in meinem Kopf habe oder ist meine Perspektive auf das Leben falsch?“ Und so habe ich dann angefangen, mein Selbstbewusstsein weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Wer macht eigentlich die Fotos, die du postest?

Zu Anfang war es meine kleine Schwester. Ich habe die immer mit nach draußen geschleppt auf unseren Garagenhof. Später hat mein Mann das Fotografieren übernommen. Mittlerweile macht mein Bruder sehr viel, den ich auch zum Bloggen animiert habe. Und wir treffen uns mit anderen Bloggern aus Nordrhein-Westfalen und machen die Bilder gemeinsam.

Die Bilder sehen sehr hochwertig aus.

Das ist mir auch wichtig. Wir geben uns da sehr viel Mühe, weil wir unseren Followern auch etwas bieten möchten. Wir sagen nicht „Okay, wir sind Nische, ist egal, wie es aussieht“, sondern wir achten auf die Qualität, was bei den Followern und auch den Marken gut ankommt.

Was für einen Blog hat dein Bruder?

Er hat auch einen Plus-Size-Blog, aber für Männer. Das macht er jetzt seit einem Jahr. Er wollte das immer, aber kam nicht ausse Pötte und ich habe das dann für ihn gemacht: „So, wir gehen jetzt online!“ Ich habe dann den Blog online gestellt, seinen Instagram-Account erstellt und seitdem läuft das wirklich sehr gut. Wir hatten sogar schon gemeinsam ein paar Fernsehauftritte. Meistens beim ZDF für „Hallo Deutschland“. Da stellen wir dann Trends für die jeweiligen Jahreszeiten – einmal für Damen und einmal für Herren – vor.

Hast du ein Vorbild oder jemanden, der dich inspiriert?

Als ich angefangen habe, waren das auf jeden Fall die amerikanischen Plus-Size-Bloggerinnen. Die haben Verträge mit Garnier, mit verschiedenen Beauty-Marken. Das bekommen diese Frauen, obwohl sie Plus-Size sind. Die werden dort als gleichwertig gesehen. Das wird nicht als Nische betrachtet. Das sind super erfolgreiche Frauen, die mit Kosmetikmarken zusammenarbeiten. Die gehen dort wirklich durch die Decke.

Zum Beispiel Tess Holiday, die Gallionsfigur der Plus-Size-Szene. Sie wurde als erstes Plus-Size-Model – klein und superdick – bei Milk-Management aufgenommen, einer sehr großen Modelagentur. Sie hat das alles vorangetrieben. Sie war auf jeden Fall ein Vorbild für mich. Nicht fashionmäßig, da sie einen ganz anderen Stil hat als ich, aber auf jeden Fall ihr Selbstbewusstsein und die Power, die sie nach außen trägt. Es geht darum, Dinge so zu machen wie andere eben auch und sich nicht aufhalten zu lassen. Mittlerweile gibt es in Deutschland viele Plus-Size-Bloggerinnen und meine Inspiration hole ich mir auch dort.

Hast du mal drüber nachgedacht, abzunehmen?

Ja. Abnahme ist oftmals ein Thema gewesen. Ich habe oft abgenommen, aber immer wieder noch mehr zugenommen – der Jojo-Effekt. Das, was ich zurzeit wiege, ist das meiste, was ich jemals gewogen habe. Gerade, wenn der Rücken schmerzt oder die Knie, dann denkt man schon darüber nach. In der Plus-Size-Branche wird oft gesagt, dass das kein Thema ist. Ich thematisiere das auch nicht auf meinem Blog. Da soll es nur um Mode gehen. Aber für mich persönlich ist es so, dass ich momentan zufrieden mit mir bin, ich komme gut mit mir zurecht. Ich mache Sport, da ich Rückenprobleme habe. Im Moment ist Abnehmen kein Thema für mich, aber wenn ich an einen Punkt gelange, wo selbst der Sport mir nicht mehr weiterhilft und ich nur noch unter Schmerzen leide, dann ist abnehmen ein Thema, dass ich angehen würde. Definitiv.

Bei anderen Blogs bin ich schon auf Kommentare von Leuten gestoßen, die sagen, man würde Plus-Size glorifizieren. Das sehe ich nicht so. Ich sage nicht: Du musst zunehmen, um glücklich zu sein. Ich sage lediglich: Du hast wie jede andere das Recht, einen Bikini zu tragen, an den Strand zu gehen und das Leben in vollen Zügen zu genießen. Dafür muss man nicht Größe 38 tragen.

Ich kenne einige Bloggerinnen aus dem Plus-Size-Bereich, die die Entscheidung getroffen haben, sich zum Beispiel den Magen verkleinern zu lassen. Und das finde ich auch vollkommen legitim. Diese Entscheidung muss jeder selbst treffen. Ich für mich habe entschieden, dass ich mich so sehr wohl fühle, obwohl ich so viel wiege wie nie zuvor. Ich habe ein glückliches Leben, ein erfülltes Leben, ich reise viel, ich unternehme Dinge, die ich früher nicht gemacht habe. Ich scheiß einfach drauf, was andere denken und mache mein Ding.

Bist du früher aufgrund deines Gewichts angefeindet worden?

Als ich noch in der Schule war auf jeden Fall. Ich hatte ein geringes Selbstwertgefühl und war eine Außenseiterin. Meine Gedanken kreisten immer nur um das Thema, was die anderen von mir denken. Da gab es Leute, die fiese Sachen gesagt haben und einfach Arschlöcher waren. Und das hat mich damals sehr runtergezogen, weil ich so ein geringes Selbstbewusstsein hatte. Ich musste für mich umdenken und mir klar machen, das die Arschlöcher von früher auch immer noch Arschlöcher sind. Man muss sich von denen distanzieren. Ich habe in meinem Freundeskreis niemanden, der so ist.

Ist davon irgendwas noch präsent oder hast du das abgehakt?

Da ist etwas, was ich immer noch im Kopf habe und was ich immer noch nicht verarbeitet habe: Fünfte Klasse, Deutschunterricht. Die Deutschlehrerin wollte, dass wir uns vorstellen und drei Dinge über uns sagen: Wie man heißt, wie alt man ist und welches Hobby man hat. Ich habe gesagt: „Ich bin die Elisabeth, ich bin zehn Jahre alt und mein Hobby ist …“ und ein Junge vollendete meinen Satz mit „… alles, was fettig ist, essen.“ Ich habe geweint. Ich kam damit gar nicht klar. Ich habe auch einen Migrantenhintergrund und konnte noch nicht so gut deutsch. Mich hat das so runtergezogen. Das hat sich die ganze Schulzeit durchgezogen und erst, als ich von der Schule runter war und andere Menschen kennengelernt habe, konnte ich das etwas verdrängen. Aber diese eine Situation ist immer noch im Kopf geblieben. Und wenn ich daran zurückdenke, macht es mich immer noch traurig.

Woher kommst du ursprünglich?

Ich bin hier geboren und habe danach einige Zeit mit meiner Mutter in Polen gelebt. Dort bin ich auch eingeschult worden und von der zweiten Klasse dort in die dritte Klasse hier in Deutschland gekommen. Später bin ich aufs Gymnasium gegangen, weil meine Eltern davon überzeugt waren, dass ich das schaffe. Und das habe ich auch. Ich bin, wie auch meine Geschwister, zweisprachig aufgewachsen.

Wie bist du zu deinem Künstlernamen Elabonbonella gekommen?

Das erste Ela kommt durch meine Eltern. Das ist mein polnischer Spitzname. Der wird Ela geschrieben, aber Ella ausgesprochen. Daher das letzte „Ella“ im Namen auch mit Doppel-L, damit man weiß, dass es „Ellabonbonella“ gesprochen wird.

Kaufst du viel oder zeigst du hauptsächlich Mode, die du zum Bewerben bekommst?

Ich kaufe sehr viel Mode ein. Ich glaube, überdurchschnittlich viel. Eine Zeitlang habe ich Bilder mit Sachen, die ich im Kleiderschrank habe, wieder aufleben lassen und online gestellt. Das ist aber sehr frustrierend für die Follower, da sie das nicht nachkaufen können – es ist ja alt.

Ausrangiertes verkaufe ich lieber auf dem Flohmarkt, als online. Da kann man auch gleich die Kundin beraten. Das macht mir mehr Spaß, so im persönlichen Kontakt.

Hast du ein eigenes Ankleidezimmer?

Nein. Das teile ich mir mit meinem Mann. Ich habe mir aber angewöhnt, in Sommer- und Wintergarderobe zu unterscheiden, weil ich sonst nicht alles unterkriege.

Wo bekommst du die meisten Reaktionen?

Mittlerweile bei Instagram, gefolgt von Facebook. Das ist anders als früher. Da habe ich um die 40 Kommentare auf meinen Blog bekommen. Aber Instagram ist einfach einfacher und schneller zu konsumieren. Was ich schreibe, ist leider nicht mehr so gefragt wie früher. Ich könnte ja auch komplett auf Instagram umsteigen, aber den Aufwand, den ich für die Fotos betreibe, den möchte ich auch für meinen Blog nutzen. Ich nehme mir entweder frei oder es geht ein Samstag dafür drauf. Wir fahren für Fotos ja auch häufig weiter weg. In Essen gibt es ein schönes Gelände von Thyssen, wo wir oft Fotos machen. Weil vor dem kahlen, kühlen Hintergrund die Outfits gut rüberkommen. Ich bin nicht bereit, diese Zeit und das Geld nur für die Fotos zu investieren. Mein Blog liegt mir am Herzen und ich will nicht darauf verzichten.

Was hast du durch deinen Blog schon erlebt?

Es gibt ja leider nur wenige deutsche Plus-Size-Marken. Ulla Popken hat vor einigen Jahren eine Young-Fashion-Marke rausgebracht. Da durfte ich mitdesignen. Ich habe einen roten Mantel, ein Wollkleid und rote Stiefel designt. Das war für die Herbst-Winter-Kollektion gedacht. Das war echt das Coolste, was ich machen durfte. Und die Reaktionen auf die Kleidungsstücke waren großartig. Sowas nochmal machen zu dürfen, würde ich mir wünschen.

Mittlerweile bekommt man viel mehr Plus-Size-Mode als zu Beginn meiner Blogger-Zeit. Ich shoppe viel online. Ich mag Kleider und Röcke sehr gern und habe meinen eigenen Style gefunden. Mich berühren auch Kommentare wie „Dank dir fühle ich mich wieder schön und weiblich“ oder „Dank dir habe ich mich wieder getraut, Kleider und Röcke zu tragen.“ Es gab wirklich Nachrichten von Leserinnen, die mich zum Weinen gebracht haben, weil ich eben genau dasselbe erlebt habe und durchmachen musste.

Triffst du deine Fans?

Mir ist es mal in Hamburg passiert, dass mir jemand bei Instagram geschrieben hat „Ich habe dich gerade gesehen, mich aber nicht getraut dich anzusprechen.“ Aber auf Flohmärkten habe ich öfter schon erlebt, dass Frauen nur dahin gekommen sind, weil ich da war. Das finde ich supersüß. Ich bin ein offener Mensch und man kann mich immer gerne ansprechen. Auf Messen kommt man am schnellsten ins Gespräch.

Hörst du eine bestimmte Musikrichtung?

Ich liebe Musik allgemein. Ich bin auch zur Musikschule gegangen, habe Gesangsunterricht genommen. Ich habe einen ganz besonderen Zugang zur Musik. Ich schränke mich nicht auf ein bestimmtes Genre ein. Ich mag zum Beispiel die Band Coldplay sehr gerne. Als die zum ersten Mal auf Schalke gespielt haben, konnte ich nicht hin, weil ich zur Kirche musste. Ich bin in der Gemeinde aktiv und leite einen Kinderchor. Da das Konzert an einem Freitag war und wir Probe hatten, habe ich mich für die Kinder und gegen das Konzert entschieden.

Ich habe meinem damaligen Freund, der mittlerweile mein Mann ist, erzählt, dass ich da unbedingt hin wollte, aber nicht konnte und dass es mein größter Wunsch ist, Coldplay zu sehen. Als Coldplay dann nochmal auf Schalke gespielt haben, hat er mir Tickets zu Weihnachten geschenkt. Und da war ich echt wie im siebten Himmel. Das war der Hammer.

Lebst du gern im Ruhrgebiet? Was magst du, was magst du nicht?

Ich habe mal so einen Spruch gelesen: Dass man nur, wenn man im Ruhrgebiet lebt, die Gabe hat, schöne Dinge dort zu sehen, wo andere gar nicht erst suchen würden. Und das ist meiner Meinung nach wirklich so. Ich bin viel in Deutschland unterwegs und bekomme Heimweh, wenn ich zu lange vom Ruhrgebiet weg bin. Ich war zum Beispiel längere Zeit in München. Das ist auch wirklich schön, aber mir fehlt nach einiger Zeit das Ruhrgebiet einfach. Die Zechengelände, die Arbeitergegenden, das ist Ruhrpott und das finde ich schön. Ich mag es, dass die Städte so nah aneinander sind. Das hat man auch nicht oft in Deutschland. Ich bin hier geboren und wenn ich meiner Verwandtschaft in Polen von Deutschland erzähle, dann ist das der Ruhrpott. In bin in einer Zechensiedlung in Gelsenkirchen-Buer aufgewachsen. Hier leben so viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten. Wir sind einfach bunt.

Wenn das Leben ein Comic wäre, welche Figur wärst du dann und warum?

Was Comicfiguren angeht, liebe ich seit meiner Kindheit schon Sailor Moon. Und wenn ich eine Comicfigur wäre, dann wohl Sailor Moon. Sie ist ein Tollpatsch – das bin ich auch oftmals. Und sie ist wie ich sehr emotional, aber wenn es drauf ankommt, dann wuppt sie das Ding. Und das trau ich mir auch zu.